Initiative “Stolpersteine in Karben”
Initiativen-Kalender: 2008
09. Dez. 08 Johannes Winter sagt zu, am 8. Januar 2009, 19 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus in Okarben aus seinem neuen Buch "Die verlorene Liebe der Ilse Stein" zu lesen. Ilse Stein wurde wie Hans Grünewald (Okarben) und Familie Kirschberg (Burg-Gräfenrode), für die im Februar 2009 auch "Stolpersteine" verlegt werden,  in das Ghetto Minsk verschleppt... 10. November 2008    Eröffnung der Ausstellung: "Vor 70 Jahren - Pogrom in Karben", die noch bis zum 21. November im Bürgerzentrum der Stadt Karben zu sehen ist. Mehr zur Ausstellung >hier 04. Nov. 08 Senioren-Kaffee in der ev. Kirchengemeinde Groß-Karben: Vortrag zum Thema "Hier waren sie zu Hause - Jüdisches Leben in Groß-Karben". 13. Okt. 08 Einsicht in Akten des Hessischen Staatsarchivs in Darmstadt zur Vorbereitung der Ausstellung im Karbener Bürgerzentrum am 10. Nov. 2008 zum Thema: "Vor 70 Jahren - Pogrom in Karben" 12. Okt. 08 Rundgang: "Hier waren sie zu Hause - Jüdisches Leben in Groß-Karben" Gemeinsame Informationsveranstaltung mit dem Karbener Geschichtsverein e.V. 11. Sept 08 Gespräch mit der Stadt Karben, Frau Schubert, zur Vorbereitung einer Ausstellung im Rathaus zum Thema "Vor 70 Jahren - Pogrom in Karben" am 10.11.08. 04.Sept 08 Anlässlich der "Stolperstein-Verlegung" in Heldenbergen sagt Rabbiner Herr Andrew Steimann seine Unterstützung und Teilnahme an unserer Verlegung am 13. Februar 2009 in Burg-Gräfenrode und Okarben zu. 03.Sept 08 Gespräch mit Herrn Dautenheimer, Pfarrer Okarben,  zur Vorbereitung der Verlegung im Februar 2009. 02.Sept 08 Gespräch mit dem Ortsvorsteher von Okarben, Herrn Flor,  zur Vorbereitung der Verlegung im Februar 2009. 31.Aug 08 Teilnahme am Rundgang "Jüdisches Leben in Heldenbergen" mit Frau Monica Kingreen 30.Aug 08 Teilnahme (Bericht: Auf den Spuren Karbener Bürger) an der Fahrt in die Gedenkstätte KZ Osthofen (Veranstalter: SPD-Karben) Auszug aus dem Bericht der  “Frankfurter Neue Presse”  am 11.09.2008 Wo die Nazis einst Karbener gefangen hielten: SPD besucht KZ Osthofen (...) Auf der Fahrt berichtete Polzer über das Schicksal von drei Bürgern, die schon bald nach der Machtergreifung 1933 nach Osthofen gebracht und übel misshandelt wurden. Es waren die Familienväter Heinrich Agel aus Okarben sowie Salli Braun und Julius Ross aus Groß-Karben. Vorwand für diese Verhaftungen sei bei Heinrich Agel dessen politischen Aktivitäten, bei Julius Ross sein jüdischer Glauben gewesen. Salli Braun, der zweimal nach Osthofen gebracht wurde, wurde beides vorgeworfen. Das KZ Osthofen war formal zum 1. Mai 1933 nicht lange nach der Machtergreifung der Nazis in der Nähe des damals hessischen Worms errichtet worden. Jedoch schon Anfang März 1933 war das KZ in den Gebäuden einer ehemaligen Papierfabrik in Betrieb gegangen. Hier wurden vom Frühjahr 1933 bis Sommer 1934 Gegner des NS-Regimes – allen voran Mitglieder von KPD, SPD und Zentrum, Gewerkschafter sowie Juden, Zeugen Jehovas und Sinti – gefangen gehalten, erfuhren die Karbener in Osthofen. Im Lager sollte den Häftlingen durch Misshandlungen, Demütigungen und Schikanen aller Art deutlich gemacht werden, dass Widerstand gegen das Regime zwecklos ist. Die Unterbringung war primitiv und die hygienischen Zustände katastrophal. Bis zu 300 Häftlinge wurden in der ehemaligen Halle, in der vorher die Papiermaschine stand, untergebracht. Am Anfang wurde nur Stroh auf den Betonboden geschüttet, es gab keine Betten und Schränke. Zum Waschen gab es nur drei Waschbecken auf dem Hof. Vor dem Winter mussten sich die Häftlinge dann selber Betten bauen, Trennwände in die Halle einziehen und Kamine mauern, aber richtig warm war es nie. Sinnvolle Arbeit gab es nur sehr selten bei Außenkommandos, die oft Arbeiten für Nationalsozialisten umfasste. Im Lager gab es schikanöse Arbeiten. Jüdische Häftlinge wurden an Jom Kipur, dem höchsten jüdischen Feiertag, unter Prügel gezwungen, Schweinefleisch zu essen. Viele Häftlinge haben von den Misshandlungen bleibende Gesundheitsschäden davon getragen, es starb jedoch kein Häftling in Osthofen. Nach diesen Informationen wurden die Räumlichkeiten  des KZ besichtigt sowie die Ausstellungsräume, die eindrucksvoll Einzelschicksale darstellten, denn viele Häftlinge des KZ Osthofen wurden später erneut verhaftet und kamen in anderen Konzentrationslagern ums Leben. Im Zuge der Zentralisierung der KZ wurde im Juli 1934 der Standort Osthofen als eines der letzten kleineren KZ aufgelöst. (...) 28.Aug 08 Besuch der Ausstellung: "Sonderzüge in den Tod" im Frankfurter Hauptbahnhof (im Anschluss: Vortrag von Frau Monica Kingreen, Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt). 26.Aug 08 Gespräch mit dem Ortsvorsteher von Burg-Gräfenrode, Herrn Heidelbach,  zur Vorbereitung der Verlegung im Februar 2009. Anschließend: Gespräch mit Frau Neugber, Pfarrerin Burg-Gräfenrode,  zur Vorbereitung der Verlegung im Februar 2009. 17. Aug.08 Teilnahme am diesjährigen Sommerfest der "Emma-Budge-Stiftung". 07. Aug.08 Gespräch in Osthofen mit Frau Arenz-Morch (Archiv der Gedenkstätte KZ Osthofen). Ergebnis: Heinrich Agel aus Okarben (mehr: ARCHIV 3)  und Salli Braun aus  Groß-Karben waren 1933 im KZ Osthofen aus politischen Gründen inhaftiert. Im Jahr 1934 waren aus rassistischen Gründen Julius Ross (Groß-Karben, Bahnhofstraße 24) und noch einmal Salli Braun (Groß-Karben, Burg-Gräfenröder Str. 20) inhaftiert. 30. Juli 08 Die nächste Verlegung wird am 13. Februar 2009 in Burg-Gräfenrode und Okarben stattfinden. Die Uhrzeit steht noch nicht fest (Mitteilung Büro G. Demnig). 17. Juli 08 Anfrage (telefonisch) an das Archiv der Gedenkstätte KZ Osthofen, inwieweit Bürgerinnen und Bürger hier interniert waren (Ergebnis: Heinrich Agel aus Okarben, Julius Ross und Salli Braun aus Groß-Karben). 16. Juli 08 Gespräch mit Studienkreis Widerstand 1933 -1945 in Frankfurt im Zusammenhang mit politisch Verfolgten in den Ortsteilen der heutigen Stadt Karben (Ergebnis: Heinrich Agel, Okarben). 15. Mai 08 Information über "Stolpersteine in Karben" beim Schulelternbeirat der Kurt-Schumacher-Schule 13. Mai 08 Information über "Stolpersteine in Karben" bei der Gesamtkonferenz der Kurt-Schumacher-Schule 10. Mai 08 Gespräch mit Zeitzeugen in Burg-Gräfenrode, Herrn Moscherosch 06. Mai 08 Information über "Stolpersteine in Karben" bei der Schulkonferenz der Kurt-Schumacher-Schule 2. Mai 08 Versand der Einzel-Rechnungen an die "Stolperstein-Paten" der Verlegung vom 23. April 08. 01. Mai 08 Uta Franke, Koordinatorin des "Projektes Stolpersteine" in Köln, teilt mit, dass zwischen dem 12. und 14. Februar 2009 eine Stolperstein-Verlegung in Okarben und Burg-Gräfenrode stattfinden wird. 23. April 2008 Gunter Demnig verlegt weitere zehn Stolpersteine in Rendel und Groß-Karben. Groß-Karben: Wilhelmstraße 3 (Treffpunkt um 14.30 Uhr) Ansprachen: Hartmut Polzer, Sprecher der Initiative "Stolpersteine in Karben"                          Roland Schulz, Bürgermeister                          Andrew Steimann, Rabbiner                          Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter 2 St.steine: Moritz und Klara Ross (ermordet in Auschwitz) Verlegung: Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter Schicksal: Caroline Ritz, Schülerin der KKSk Gebet: Andrew Steimann, Rabbiner Bahnhofstraße 6 1 St.stein: Moritz Grünebaum (ermordet in Lodz) Verlegung: Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter Schicksal: Verena Fingerling, Schülerin der KSSk Gebet: Andrew Steimann, Rabbiner Bahnhofstraße 20 2 St.steine: Rosa und Beate Grünebaum (ermordet im Ghetto Riga) Verlegung: Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter Schicksal: Melanie Röder, Schülerin der KSSk Gebet: Andrew Steimann, Rabbiner Bahnhofstraße 24 4 St.steine: Julius, Flora und Ilse Ross (ermordet im KZ Kaunas Fort IX) Albert Ross (gerettet mit Kindertransport in die Schweiz) Verlegung: Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter Schicksal: Victoria Weitzel, Schülerin der KSSk Gebet: Andrew Steimann, Rabbiner Rendel: Obergasse 12 (Treffpunkt um 17.00 Uhr) 1 St.stein: Lea Weinberg (ermordet im Ghetto Theresienstadt) Ansprache: Hartmut Polzer, Sprecher der Initiative "Stolpersteine in Karben" Verlegung: Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter Klarinette: Henrike Heuer, Klarinette (Rendeler Konfirmandin 2007) Gebet: Andrew Steimann, Rabbiner Ev. Gemeindehaus (im Anschluss, gegen 17.30 Uhr) Henryke Heuer, Klarinette Gem. Gebet: Pfarrer Schulz und Rabbiner Steimann Henryke Heuer, Klarinette Konrad Schulz, Pfarrer Rendel Ingrid Lenz, Stadtverordnetenvorsteherin Anna Bornefeld und Nadja Grund, Schülerinnen der KSSk (Schicksale der beiden Rendeler Familien Weinberg und Grünebaum): Henryke Heuer, Klarinette Gunter Demnig, Künstler und Projektleiter Chorgemeinschaft Rendel Bericht der “Karbener Zeitung am 2. Mai 2008 (Susanne Krejcik) Stolpern über Schicksale – Bereits zum zweiten Mal verlegte Künstler Gunter Demnig Stolpersteine                Foto: Susanne Krejcik Karben. „Möge seine Seele eingebunden werden in den Bund des Lebens.“ Rabbiner Andrew Steiman ruft die Umstehenden auf, sich an den Händen zu fassen. „Indem wir um die Stolpersteine für Moritz Grünebaum stehen, der in Lodz ermordet wurde und nie ein Grab hatte, schließen wir ihn wieder ein in die Gemeinschaft und geben ihm wenigstens für diesen Moment seine Würde zurück.“ Rund 50 Menschen fassen sich an den Händen und lauschen schweigend dem Gebet, das Steimann für den früheren Groß-Karbener Bürger spricht. In der Bahnhofstraße, durch die eben noch der Berufsverkehr toste, herrscht für wenige Minuten völlige Stille. Für das Gebet stoppen Ordnungsamt und Polizei mitten am Mittwochnachmittag den Autostrom. Künstler Gunter Demnig aus Köln verlegt zum zweiten Mal Stolpersteine in Karben, mit denen die Stadt an ihre jüdischen Bürger erinnert, die vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 in den Stadtteilen lebten und von denen bis auf wenige Ausnahmen die meisten ermordet wurden. Die Recherche und Zusammenstellung der Daten als Vorarbeit für die Verlegung hat die Initiative Stolpersteine geleistet. Die Stolpersteine sollen erinnern an „Bürger unserer Stadt, die mit uns als Nachbarn, Bekannte, Freunde oder als Mitglieder unserer örtlichen Vereine lebten, bis eine verbohrte Weltanschauung die Menschen ächtete und ihr Leben als nicht mehr lebenswert betrachtete“, sagt Bürgermeister Roland Schulz (SPD). An fünf Orten in der Bahnhofstraße in Groß-Karben sowie in der Rendeler Obergasse werden zehn Stolpersteine zum Gedenken an Moritz und Klara Ross, Moritz Grünebaum, Rosa und Beate Grünebaum, Familie Ross sowie an Lea Weinberg verlegt. Zwischen 40 und 80 Bürger sind bei den feierlichen Zeremonien dabei. Verena Fingerling, Caroline Ritz, Melanie Röder und Viktoria Weitzel aus den Oberstufenklassen der Kurt-Schumacher-Schule berichten vor den Häusern über die Schicksale der Menschen. Henryke Heuer aus Rendel spielt Klarinette. Die Chorgemeinschaft Rendel stimmte drei jüdische Lieder an. „Das war sehr bewegend“, findet Hartmut Polzer, Mit-Initiator der Stolperstein-Aktion in Karben. Demnig, der in halb Europa schon 15 000 Steine verlegt hat, freut sich besonders über die Teilnahme von Schülern sowie über die Anwesenheit von Nachfahren. Es komme immer häufiger vor, dass Verwandte – „zumeist schon aus der Enkelgeneration“ – teilnähmen. Auch in Rendel nehmen Enkel, Ur- sowie Ururenkel von Lea Weinberg teil. In Groß- Karben wird Kurt Lamm Zeuge, wie für seinen früheren Schulkameraden Albert Ross ein Stolperstein ins Pflaster des Bürgersteigs in der Bahnhofstraße 24 eingelassen wird. „Ich interessiere mich für Geschichte“, sagt Schülerin Viktoria Weitzel (17), die das Schicksal der Familie Ross vorstellte. „Ich finde, die Geschichte seines Ortes sollte jeder kennen.“ 12.April 08 Kletzmer-Konzert im Jukuz-Karben mit "Maseltov" Das Konzert, das anlässlich der Verlegung am 23. April 2008 stattfinden sollte, wurde jetzt nachgeholt. 27.März 08 Gespräch mit Herrn Dr. Wachten, stellvertretender Direktor des jüdischen Museums in Frankfurt, im Zusammenhang mit gefundenen Seiten aus einem Gebetsbuch in hebräischer Schrift und einem koscherem Essigfläschchen im Haus der Familie Lohr in Rendel. Bericht der “Wetterauer Zeitung” >hier Bericht der “Frankfurter Neue Presse” >hier “Am Lindenplatz” in Rendel wohnte die Familie Grünebaum >mehr hier  13.März 08 Informationsveranstaltung im Evangelischen Gemeindehaus in Rendel mit Buchautor Stephan Kolb         “Wetterauer Zeitung” am 15.03.2008 07. Feb. 08 Besprechung mit Herrn Pfarrer Schulz zum Ablauf der "Stolpersteinverlegung" und Gedenkfeier am 23.3.08 in Rendel 31. Jan. 08 Teilnahme an Ortsbeiratssitzung in Rendel (Information über die geplante "Stolpersteinverlegung" am 23.4.08 und Informationsveranstaltung im Ev. Gemeindehaus in Rendel). 27. Jan. 08 Auf Einladung des Rabbiners Andrew Steiman, den viele Bürgerinnen und Bürgern in Karben durch die "Stolpersteinverlegung" am 4. November 2007 kennen, nehmen Mitglieder der Initiative "Stolpersteine-in-Karben" gemeinsam mit Schülerinnen der Kurt-Schumacher-Schule  an der Gedenkstunde anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz in der "Emma-Budge-Stiftung" teil.  (Der 27. Januar wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Er ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein "DenkTag": Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit und Orientierung für die Zukunft...) 26. Jan. 08 Gespräch mit Zeitzeugen zur Vorbereitung der Verlegung in Rendel am 23.4.08 23. Jan. 08 Informations-Gespräche mit Bürgerinnen und Bürger, vor deren Häuser in Groß-Karben  am 23. April 2008 "Stolpersteine" verlegt werden. 09. Jan. 08 Gespräch mit dem Ortsvorsteher von Groß-Karben, Herrn Gold, über Vorbereitung und Durchführung der Verlegung am 23. April 2008. 08. Jan. 08 Gespräch mit Herrn Pfarrer Schulz in Rendel zur Vorbereitung einer "Stolperstein"- Versammlung am 13. März 2008 um 19 Uhr im Ev. Gemeindehaus in Rendel und der Stolpersteinverlegung am 23. April 2008.
Jahr 2008
Zur Transparenz der Abläufe innerhalb der Initiative  sind hier in zeitlicher Folge die einzelnen Aktivitäten aufgelistet für das 
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